Fußpilz im Sommer

Füsse im SommerFußpilz im Sommer? Gibt es das? Ja, und zwar kommt “Tinea pedis” im Sommer deutlich häufiger vor, als in der kühlen Jahreszeit. Gründe sind unter anderem die guten Lebensbedingungen für die Pilze aufgrund der Temperaturen und der Tatsache, dass viele Menschen an vielen Orten barfuß laufen. Besonders hilfreich sind zur Bekämpfung von Fußpilz Mittel, die nur kurz oder sogar nur einmal angewendet werden müssen.

Wie äußert sich Fußpilz?

Fußpilz ist ein Plagegeist, der weltweit vorkommt und nicht auf Deutschland oder Mitteleuropa in seinem Vorkommen beschränkt ist. Voraussetzung für sein Auftreten ist einfach nur, dass Menschen barfuß gehen und so Hautpartikel verlieren. Auslöser der Erkrankung sind Trichophyton rubrum oder Trichophyton mentagrophytes, wie medizinisch die Fadenpilze bezeichnet werden.

Zuerst zeigt sich eine Infektion zwischen dem dritten und vierten Zwischenraum der Zehen, von hier aus wandert die Erkrankung über die weiteren Zwischenräume, über die Zehen und über die Fußsohle.

Das erste Symptom stellt der Juckreiz dar, der teilweise so weit gehen kann, dass sich die Betroffenen die Stellen blutig kratzen. Schon kurz auf den ersten Juckreiz folgt die Rötung der Hautstellen, anschließend beginnt sich die Haut zu schuppen, sie nässt und oft zeigen sich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Auch Risse in der Haut sind möglich, damit einher geht ein unangenehmes Brennen.

Wichtig zu wissen ist, dass der Fußpilz noch weiter wandern kann. Er kann auf die Nägel übergehen und einen Nagelpilz verursachen, welcher sehr schwer zu behandeln ist. Auch andere Körperregionen können betroffen sein, Mediziner gehen sogar davon aus, dass innere Organe angegriffen werden können. Zudem ermöglicht der Pilz den Eintritt für Bakterien, die wiederum Infektionen auslösen können. Es gilt also, schon bei den ersten Anzeichen des Fußpilzes zu handeln.

Wo lauert der Pilz?

Im Sommer gehen viele Menschen in das Schwimmbad, laufen dort barfuß und verlieren Hautpartikel, auf denen die Pilze siedeln können. Andere Menschen laufen darüber, die Partikel bleiben an der Fußsohle haften und die Pilze können sich auf dem neuen Wirt vermehren. Gerade im Sommer ist die Gefahr der Ansteckung besonders hoch, weil zu dieser Jahreszeit so viele Menschen mit nackten oder nur spärlich bekleideten Füßen herumlaufen. Oft ist die Haut aufgeweicht, der Säureschutzmantel der Haut ist zerstört. Dies erleichtert es den Pilzen, in die Haut einzudringen und sich festzusetzen. Auch in der Sauna oder in Umkleideräumen lauern die Erreger. Selbst auf den Fußböden von Hotelzimmern wurden sie schon nachgewiesen. Schließlich laufen die Menschen auch hier im Sommer barfuß und verlieren infizierte Hautpartikel. Wer häufig barfuß läuft, kann sich überdies rascher eine kleine Verletzung der Haut zuziehen, über die wiederum der Fußpilz leicht eindringen kann. Generell gilt also, dass der Fußpilz an allen Orten vertreten ist, an denen Menschen barfuß oder mit sommerlich verpackten Füßen unterwegs sind – bevorzugt zur warmen Jahreszeit, denn Pilze lieben die Kombination von warm und feucht. Idealere Lebensbedingungen können sie gar nicht finden.

Wie wird man ihn wieder los?

Inzwischen kann Fußpilz sehr gut selbst behandelt werden, Mittel zur Selbstmedikation gibt es zur Genüge in der Apotheke.

Als überaus wirksam haben sich die Mittel mit dem Wirkstoff Terbinafin erwiesen. Die Creme muss etwa eine Woche lang auf die erkrankten Hautstellen aufgetragen werden, dann ist der Spuk vorbei und die Haut wieder in Ordnung. Neuere Mittel müssen sogar nur einmal angewendet werden, sie bilden einen unsichtbaren Film auf der Haut, der eine Art Langzeitdepot darstellt und unter dem die Pilze eingehen.

Wenn bereits die Nägel betroffen sind, kann ein Lack helfen, der regelmäßig aufgepinselt wird. Bei zu starkem Befall wird der Hautarzt eine medikamentöse Behandlung anstreben, die allerdings unter regelmäßiger Kontrolle des Arztes durchgeführt werden muss.

Wichtig sind aber auch noch andere Maßnahmen, wie etwa das tägliche Wechseln der Strümpfe und die normale Hygiene der Füße. Die Strümpfe sollten zudem in die Kochwäsche gegeben werden, denn bei der üblichen 30° Wäsche sterben sie nicht ab. Sie überleben sogar viele Wochen und Monate anhaftend an den Socken, wenn diese im Schrank liegen und sind in der Lage, sich bei Wechseln der Lebensbedingungen zu einem für sie optimalen Klima wieder zu vermehren.

Wichtig ist, auch die Schuhe mit zu behandeln, hier kann mit Spray oder Puder aus der Apotheke der Pilz bekämpft werden.

Übrigens: Von den Mitteln, die früher einmal zur Bekämpfung des Fußpilzes angewendet wurden, sei aber abgeraten. So wurde heißes Wasser über die Füße gegossen, was den Pilz abtöten sollte. Allerdings war hier das einzige, was abstarb, die verbrühte Haut, der Pilz kam oftmals mit Nachwachsen der Haut wieder zum Vorschein. Auch das Urinieren auf die betroffenen Stellen brachte nicht den gewünschten Erfolg. Berichtet wird häufig, dass eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen zusammen mit dem Trockenhalten der Füße zum Ziel führte. Die heutigen Mittel sind da doch durchaus angenehmer und erfolgreicher bei der Behandlung einzusetzen.

Welche vorbeugenden Maßnahmen gibt es?

füsse im poolWenn bekannt ist, was Fußpilz begünstigt, erklären sich auch die vorbeugenden Maßnahmen ganz von selbst. Zum einen ist eine normale Fußhygiene wichtig. Regelmäßiges Waschen mit einem milden Waschgel, was den Säureschutzmantel der Haut erhält und beim Wiederaufbau desselben hilft, ist wichtig. Danach gut abtrocknen und die Zwischenräume der Zehen nicht vergessen! Da hier die Pilze verstärkt siedeln, haben sie so gar nicht erst eine Angriffsfläche, wenn die Haut trocken und nicht aufgeweicht ist.

Für den Besuch in Schwimmbad oder Sauna gilt, dass hier nichts ohne Badelatschen geht. Am besten, diese werden direkt am Beckenrand gelassen und sofort nach Verlassen des Schwimmbeckens wieder angezogen. Für das Laufen in Hotelzimmern und auf fremden Teppichen gilt, dass auch diese nicht ohne eigenes Schuhwerk betreten werden sollten.

Auch beim Anprobieren von neuen Schuhen ist es ein Leichtes, sich mit den Erregern des Fußpilzes anzustecken. Daher sollte dies niemals ohne Strümpfe erfolgen. Wer barfuß ein Schuhgeschäft aufsucht, kann hier zum Beispiel Füßlinge verwenden. Diese gibt es zu kaufen oder werden auch im Laden direkt an die Kunden vergeben. Auch wenn sie vielleicht nicht schön anzusehen sind, so bewahren sie doch wenigstens davor, sich mit Fußpilz zu infizieren. Wer nach dem Kauf der Schuhe ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann sie mit einem speziellen Spray aus der Apotheke vorbeugend behandeln.

Fußpilz ist unschön anzusehen und für den Betroffenen sehr unangenehm – nicht nur im Sommer. Allerdings ist die Ansteckungsgefahr im Sommer deutlich größer, daher sollte hier verstärkt auf vorbeugende Maßnahmen gesetzt werden. Denn: Nur gesunde Füße sind schöne Füße und zumindest zum Teil liegt es an jedem selbst, ob eine Fußpilzerkrankung zum Sommerbegleiter wird oder nicht.

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