Fußpilz und Sport – Fußpilz aktiv vorbeugen

Rennende FüsseZunächst ist es nur eine kleine rote Stelle zwischen den Zehen. Doch im Verlauf von wenigen Tagen kann sich diese Stelle zu einem wirklichen Problem entwickeln, sie beginnt zu jucken, dann zu nässen, wenig später beginnt sie, sich zu vergrößern. Das hier beschriebene Symptom ist ein Fußpilz, auch Tinea pedis genannt, der verstärkt im Zusammenhang mit Sport auftreten kann. Jeder vierte Deutsche, so Schätzungen, leidet in seinem Leben einmal unter dem unangenehmen Pilz. Doch wer die Ursachen für die Entstehung von Fußpilz kennt, kann durch einige kleine Maßnahmen gut vorbeugen.

Verletzte Hautpartien machen es den Erregern leicht

Kein Sport ohne Schweiß! Obwohl das Schwitzen als gesund gilt, lauern gerade in Bereichen, wo es warm und feucht ist, die Erreger, die Fußpilz verursachen – sei es im Schwimmbad, in der Sauna, in den Umkleidekabinen oder an Sportgeräten. Wer dann mit seinen durchs Schwitzen oder Schwimmen leicht aufgeweichten Füßen auf die Erreger, die sogenannten Dermatophyten, trifft, hat kaum eine Chance. Denn überall dort, wo die Haut leicht durchlässig oder beschädigt ist, setzen sie an und infizieren den Bereich. Jeder Sportart also, die die Füße beansprucht wie Fußball, Tennis oder Joggen kann dazu führen, dass durch den ausgeübten Druck kleine Verletzungen in der Fußhaut entstehen, sogenannte Miniläsionen. Sie alleine reichen aus, um den Pilzerregern einen Angriffspunkt zu liefern.

Turnschuhe als Nährboden für die Erreger

Um sich bei den unterschiedlichen Sportarten mit einem Fußpilz infizieren zu können, muss es auch einen Nährboden für den Pilz geben. Beim Schwimmbad ist die Übertragung durch das Wasser im Becken oder die feuchten Böden noch einleuchtend. Aber bei Rasensportarten oder sonstigen Aktivitäten im Freien nicht wirklich. Doch ihnen allen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie in Sportschuhen ausgeübt werden. Diese Schuhe sitzen meist, eng geschnürt, über lange Zeiträume am Fuß und werden nach dem Sport achtlos in die Sporttasche geworfen, wo sie erst wieder zur nächsten Sporteinheit hervorgeholt werden. In der Zwischenzeit haben sich die Erreger auf diesem Nährboden gut entwickeln können. Denn: Der beim Sport entstehend Schweiß kann nicht gut verdunsten, wenn die Schuhe zu eng geschnürt sind und über zu wenige Luftlöcher verfügen. Die Folge: Im warmen, feuchten Klima der Sportschuhe wachsen und gedeihen zahlreiche Pilzerreger.

Drei Arten von Fußpilz

Die Medizin unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Fußpilzarten: dem interdigitalen Fußpilz, der meist in den Zehenzwischenräumen auftritt, dem Tinea pedis plantaris, der die Haut stark schuppen lässt und sie verhornt und dem Fußpilz mit Bläschen. Letzterer sorgt für mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die an den Fußkanten und –ballen entstehen. Die zweite Variante, Tine pedis plantaris, wird von den Betroffenen oft gar nicht als Fußpilz erkannt, da sie zunächst nur dazu führt, dass die Haut unter dem Fuß sehr trocken wird und sich Hornhaut bildet. Erst wenn schmerzhafte Risse entstehen, die nicht abheilen wollen, suchen die meisten einen Arzt auf. Um direkt zu Beginn von Auffälligkeiten im Fußbereich sicher zu sein, um welche Art Pilz und welchen Erreger es sich handelt, ist es ratsam, die Veränderung von einem Hautarzt begutachten zu lassen. Er kann zusätzlich durch eine Laboruntersuchung feststellen, ob es sich wirklich um eine Art Fußpilz handelt oder vielleicht doch um ein Ekzem oder eine bakterielle Infektion.

Entwicklung vom Fußpilz zum Nagelpilz

Die klassische Fußpilz-Infektion beginnt zwischen den Zehen und kann sich dann über den Nagel, hier sprechen Mediziner vom Nagelpilz, bis hin zur Fußsohle ausbreiten. Sind die Nägel befallen, zeigt sich die Infektion, indem die befallenen Nägel dicker und gelb werden. Ist dies der Fall, sollten Betroffenen umgehend einen Hautarzt aufsuchen. Denn hat sich der Fußpilz erst einmal zu einem Nagelpilz entwickelt, sind ständig Neuansteckungen mit dem Erreger möglich. Der Grund: Der Nagelpilz produziert Sporen, die sich auf dem gesamten Fuß ausbreiten und dann zwischen den Zehen wieder einen Fußpilz verursachen können. Gleiches kann geschehen, wenn die betroffene Stelle ohne Schutzhandschuhe angefasst wird. Über die Hände kann der Pilz an andere Stellen am Körper übertragen werden. Auch hier sind vor allem warme und feuchte Regionen besonders gefährdet wie der Genital- und Leistenbereich, die Achselhöhlen und bei Frauen das Gebiet unter den Brüsten.

Vorbeugende Maßnahmen

barfuss rennenIn den wenigsten Fällen sind ungepflegte Füße die Ursache für einen Fußpilz. Gerade Sportler sind oft betroffen, obwohl sie sehr auf sich achten. Dennoch sei an dieser Stelle auch gesagt, eine gute Fußhygiene schützt vor dem Befall von Fußpilz. Wer in öffentlichen Sportstätten duscht, sollte Badelatschen in den Duschen und Umkleiden tragen, um direkten Kontakt zwischen den Böden und der feuchten Haut zu vermeiden. Nach dem Duschen die Füße gut abtrocknen, vor allem in den Zehenzwischenräumen. Außerdem kann es helfen, die Füße mit speziell dafür vorgesehenen Desinfektionsmitteln zu desinfizieren.

Sportsachen lüften und in der Maschine waschen

Auch für Turnschuhe gibt es Sprays, die Viren und Bakterien bekämpfen. Viel wichtiger ist jedoch, sie nach dem Gebrauch gut zu lüften und trocknen zu lassen. Für die Sportsachen wie Socken und Handtücher gilt, sie sollten regelmäßig bei mindesten 60 Grad gewaschen werden. Vor allem, wer bereits eine Pilzinfektion hatte, sollte zum normalen Waschmittel noch eine spezielle Desinfektionslösung geben, um alle Keime abzutöten und zu verhindern, dass sie sich auf andere Kleidungsstücke übertragen. Wer die Möglichkeit hat, sollte so oft es geht auf enge Schuhe verzichten und barfuß laufen, damit ausreichend Luft an die Füße gelangt, auch so haben Pilzerreger weniger Chancen.

Was tun bei einer Infektion

Um ein Ausbreiten des Pilzes zu verhindern, ist in der Behandlung der Infektion schnelles Reagieren gefragt. In der Apotheke gibt es zahlreiche Anti-Pilzmittel, die auch rezeptfrei erhältlich sind. Diese sollten schon direkt beim ersten Kribbeln oder Jucken angewendet werden. Wichtig ist, dass Betroffenen an der Stelle nicht kratzen oder sie mit bloßen Händen berühren, sonst besteht die Gefahr, dass sich die Pilzinfektion weiter ausbreitet und auch auf andere Körperteile überspringt. Wer an einem seiner Füße etwas Verdächtiges findet, sollte auch unbedingt den anderen Fuß im Auge behalten, denn oft bricht der Pilz an beiden Füßen aus, wenn auch in unterschiedlich schweren Ausprägungen. Es ist empfehlenswert bei der Behandlung der infizierten Stelle Schutzhandschuhe zu tragen. Diese sind in der Apotheke oder Drogerie erhältlich. In jedem Fall aber sollten die Hände nach der Behandlung gründlich gewaschen werden. Möchte das Anti-Pilzmittel nicht direkt nach den ersten Behandlungen anschlagen oder hat sich der Pilz auch auf andere Körperregion ausgebreitet, ist es ratsam, einen Hautarzt zu konsultieren. Während der Infektion sollte auf Duschen in öffentlichen Einrichtungen verzichtet werden, um andere nicht mit dem Erreger anzustecken.

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