Nagelpilz im Sommer – Der Poolbesuch

Füsse PoolDer Besuch eines Pools gehört zu den beliebten Freizeitbeschäftigungen. Insbesondere in den Sommermonaten füllen sich die Bäder, um zu schwimmen, sich zu entspannen oder zu planschen. Leider sind Pools jedoch auch die idealen Verbreitungs- und Brutstätten von Nagelpilz. Etwa jeder fünfte Deutsche ist mit den Pilzerregern infiziert, doch mit den richtigen Verhaltensweisen kann eine Ansteckung verhindert werden.

Den Infektionsgefahren im Pool richtig begegnen

Die Pilzsporen fühlen sich in dem feuchtwarmen Milieu eines Schwimmbades sehr wohl. Sicherlich wird ein Pool regelmäßig gereinigt, doch die winzigen Krankheitserreger sind sehr hartnäckig. Sie überleben selbst manchmal Reinigungen mit Chlor. Die Sporen können über Monate hinweg auf Liegematten, Bodenbelägen und Badematten überleben. Auch die Einstiegstreppe ins kühle Nass, das Sprungbrett sowie die Schwitzbänke in der Sauna sind potenzielle Lebensräume der Pilzsporen. Die Fliesenböden in den Toiletten und Duschräumen sind ferner häufig von Fußpilzerregern infiziert. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass sich jeder im Schwimmbecken mit Fußpilz ansteckt. Insbesondere Raucher, ältere Menschen, Kranke, Personen mit Durchblutungsstörungen oder Diabetiker weisen eine erhöhte Ansteckungsgefahr auf. Ein gestärktes Immunsystem ist daher ein erster und grundsätzlicher Schutz gegen Fußpilz. Weitere Strategien, um sich nicht mit diesen Pilzsporen anzustecken, ist die Vermeidung des Kontaktes mit ihnen. Im Schwimmbad ist dies nicht immer leicht, doch es gibt einfache Maßnahmen zum Schutz. So sollte am Pool niemals auf Badeschuhe verzichtet werden. Ein barfuß laufen ist in allen Einrichtungen des Schwimmbades Tabu. Zu dieser grundsätzlichen Maßnahme kommen weitere Möglichkeiten zur Vorbeugung.

Trockene Füße schützen vor Nagelpilz

Bevor Pilzsporen eine Infektion verursachen können, benötigen sie über mehrere Stunden hinweg einen unmittelbaren Kontakt zum feuchten Nagel. Nach einem langen Bad im Pool weichen die Nägel durch die Feuchtigkeit auf. Diese Feuchte macht es den Pilzsporen leicht, in die gesunden Nägel einzudringen. Daher ist eine wichtige Maßnahme im Schwimmbad, die Füße und Hände nach dem Baden sehr gut abzutrocknen. Durch ein effektives Trocknen, welches vor allem die Räume zwischen den Fingern und Zehen mit einschließt, kann eine Verbreitung des Pilzes effektiv verhindert werden. Am besten werden die aufgeweichten Nägel mit einem Haarföhn auf kältester Stufe trocken geföhnt. Auch ein Eincremen der Nägel mit Öl nach dem Schwimmbadbesuch erschwert den Ausbruch einer Nagelpilzinfektion.

Schutz durch eine gründliche Nagelpflege

füsse im wasserAuch eine gründliche Pflege der Nägel, kann vor einer Pilzinfektion schützen. Durch ein wiederholtes Waschen der Hände oder ein ausgedehntes Sonnenbaden trocknet nicht nur die Haut aus, sondern auch die Nägel werden spröde und bekommen Risse. Dadurch entstehen feinste Nagelverletzungen, in die der Pilz leicht eindringen kann. Aus diesem Grund sollten auch die Nägel regelmäßig eingecremt oder eingeölt werden. Ferner sollte bei der Maniküre und Pediküre stets darauf geachtet werden, dass keinerlei Verletzungen im Nagel entstehen. Um dies zu verhindern, können die Nägel vor dem Nagelschneiden etwa 10 Minuten aufgeweicht werden. Anschließend werden die Fingernägel mit einer Schere oder Feile in eine leicht ovale Form gebracht. Fußnägel sollten stets gerade gefeilt oder geschnitten werden. Hierbei sollte vorsichtig vorgegangen werden. Wenn zu viel abgeschnitten wird, droht der Nagel in die Nagelfalz hineinzuwachsen. Dies ruft dann meist kleinste Verletzungen hervor. Sehr sensibel ist das Nagelhäutchen. Es darf daher nicht mit einer Nagelschere geschnitten werden oder mit einem Stäbchen unsanft zurückgeschoben werden. Auch dies kann Verletzungen des Nagels verursachen, die den Nagelpilzsporen leicht Eintritt gewähren.

Andere schützen bei Eigenerkrankung

Nagelpilz verbreitet sich schnell. Wer bereits darunter leidet, sollte seine Mitmenschen daher davor effektiv schützen. Die konsequenteste Maßnahme wäre, Pools zu meiden und sich lieber im Meer oder in einem See zu erfrischen. Wer dennoch nicht auf das Schwimmbad verzichten möchte, sollte jedoch einige Verhaltensregeln beherzigen. So sollten keine nackten Füße gezeigt werden. Badeschuhmodelle, welche die Nagelzone bedecken, sind aus altruistischen und optischen Gründen dann ratsam. Damit die Ansteckungsgefahr des eigenen Nagelpilzes für andere zusätzlich vermindert wird, sollte der Betroffene seine Nägel kurz schneiden. Auch eine Anwendung von Anti-Pilzlösungen sollte zwei- bis dreimal die Woche auf das erkrankte Nagelbett erfolgen. Diese Präparate enthalten sogenannte Antimykotika, welche die Pilze abtöten. Ferner gibt es Nagellacke, welche den Wirkstoff über Tage hinweg kontinuierlich an den Nagel abgeben. Diese Nagellacke sind auch wasserresistent, sodass sie auch für den Pool genutzt werden können. Eine weitere Maßnahme zur Eindämmung der Infektionsübertragung von Nagelpilz im Schwimmbad stellt das Mitbringen von eigenen Handtüchern dar. Diese dürfen von keiner anderen Person mitbenutzt werden. Ferner sollte ein weiteres Handtuch für die kranken Nägel mitgenommen werden, damit die Pilzsporen nicht auf die gesunden Nägel übergehen. Bei den Feuchtigkeitsverhältnissen im Schwimmbad ist dies stärker möglich als zu Hause. Nach dem Poolbesuch werden die Handtücher heiß gewaschen, um die Sporen abzutöten. Auch die Badeschuhe müssen stets desinfiziert werden.

Fußduschen meiden

Anlagen zur Fußdesinfektion werden immer seltener, doch in einigen öffentlichen Bädern sind sie immer noch vertreten. Sie sind wirkungslos, da sie gegen die Pilzsporen nichts ausrichten. Das Konzept dieser Fußduschen erscheint logisch. Zur Vermeidung von Nagelpilz drückt der Anwender auf einen Knopf und die versprühten Chemikalien lassen die lästigen Erreger absterben. So einleuchtend diese Idee auch erscheinen mag, sie hat sich als falsch erwiesen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Anstatt Infektionen mit Pilzsporen vorzubeugen, erleichtern diese Anlagen das Verbreiten der Pilzsporen und Keime. Der Umkreis der Fußduschen weist meistens besonders viele Pilzsporen auf. Ein Grund dafür liegt darin, dass bereits Nagelpilzerkrankte ihre Füße unter den kleinen Hahn der Fußdusche halten. Der Chemikalienstrahl wäscht anschließend unweigerlich viele kranke Hautschüppchen weg. Diese infizierten Hautschuppen fließen zusammen mit der Waschcreme auf den Boden. Der nächste Badegast steigt nun in die Lache, in der bereits Pilzsporen auf ihn warten. Ferner kann es sein, dass die Sporen über das Spritzwasser in seine Badelatschen gelangen. Die meisten öffentlichen Schwimmbäder haben diese Fußduschen daher abgeschafft, doch in einigen Bädern stehen sie noch immer. Und es gibt noch weitere Gründe, warum die Fußduschen zu meiden sind. So sind die Pilzsporen sehr resistent und eine Fußdesinfektion stört sie nur wenig. Damit sie ihre Wirkung entfalten kann, bräuchten die Chemikalien eine Einwirkzeit von mehr als fünf Minuten. Meist wird der Fuß aber nur für einen kurzen Moment eingesprüht. Bereits vorhandene Nagepilze werden durch diese Behandlung nur noch widerstandsfähiger. Ferner sind diese Produkte gesundheitlich bedenklich. Viele dieser Sprays weisen Aldehydestoffe auf, die Allergien begünstigen können. Zudem wird der Nagel durch diese Präparate aufgeweicht, was ein Eindringen der Pilzsporen erleichtert.

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, um sich gegen Nagelpilz im Schwimmbad zu schützen. Bei einem Besuch eines Pools sollte nie auf Badeschuhe verzichtet werden und Füße sowie Hände müssen stets gründlich getrocknet werden. Eine richtige Nagelpflege unterstützt die Vorsorge. Wer diese Maßnahmen beherzigt, wird sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit über gesunde Nägel freuen dürfen.

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